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Irmgard KeunIrmgard Keun ( - 6. Februar 1905 in Berlin; † 5. Mai 1982 in Köln) war eine deutsche Schriftstellerin.
Biografie
Irmgard Keun wurde am 6. Februar 1905 in Berlin-Charlottenburg geboren. Mit den Eltern, dem Kaufmann Eduard Keun und Elsa Charlotte Keun, geborene Haese, und dem 1910 geborenen Bruder Gerd verbrachte sie ihre Kindheit zunächst in Berlin, bis die Familie 1913 nach Köln übersiedelte. Nach dem Abschluss einer evangelischen Mädchenschule 1921 zunächst Besuch einer Handelsschule im Harz, anschließend Privatunterricht in Steno und Schreibmaschine in einer Berlitz School. Danach berufstätig als Stenotypistin. Von 1925-27 besuchte Keun die Schauspielschule in Köln. Es folgten Engagements u.a. in Greifswald und Hamburg, allerdings mit mäßigem Erfolg. Aus diesem Grund beendete sie 1929 ihre Schauspielkarriere und begann - ermutigt von Alfred Döblin - zu schreiben. 1932 heiratete sie den Autor und Regisseur Johannes Tralow (Scheidung 1937).
Ihr erster Roman, Gilgi - eine von uns, machte Irmgard Keun 1931 über Nacht berühmt, auch Das kunstseidene Mädchen (1932) wurde sofort zum Verkaufserfolg. Gefördert wurde sie von Döblin und Kurt Tucholsky, mit dem sich allerdings eine Kontroverse entwickelte, nachdem Plagiatsvorwürfe gegen Das kunstseidene Mädchen laut geworden waren. Dieser Vorwurf wurde jedoch später vom Kläger selbst zurückgezogen.
1933/34 werden ihre Bücher beschlagnahmt und verboten. Ihr Aufnahmeantrag in die Reichsschrifttumskammer wurde 1936 endgültig abgelehnt. Keun ging ins Exil (1936-1940), zunächst nach Ostende in Belgien und später nach Holland. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Romane: Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften (1936), Nach Mitternacht (1937), D-Zug dritter Klasse (1938) und Kind aller Länder (1938). Zu ihrem Freundeskreis gehörten in diesen Jahren unter anderen Egon Erwin Kisch, Hermann Kesten, Stefan Zweig, Ernst Toller, Ernst Weiß und Heinrich Mann. Von 1936 bis 1938 hatte sie eine Liebesbeziehung mit Joseph Roth, die sich zunächst positiv auf ihre literarische Tätigkeit auswirkte. Sie arbeitete gemeinsam mit Roth, und unternahm mit ihm Reisen (Paris, Wilna, Lemberg, Warschau, Wien, Salzburg, Brüssel und Amsterdam). 1938 trennte sich Keun von Roth. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in den Niederlanden und geschützt durch Falschmeldungen über ihren Selbstmord kehrte sie 1940 nach Deutschland zurück und lebte dort bis 1945 in der Illegalität.
Nach dem Krieg versuchte Keun, verloren gegangene Kontakte wiederherzustellen, traf sich mit Döblin und begann einen jahrelangen Briefwechsel mit Hermann Kesten. Sie arbeitete als Journalistin und schrieb kleinere Texte für Hörfunk, Kabarett und Feuilletons, konnte jedoch literarisch nicht wieder Fuß fassen. Ihr Roman Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen (1950) fand nur wenig Beachtung, auch die Bücher aus der Emigrationszeit erwiesen sich als unverkäuflich. 1951 wurde die Tochter Martina geboren, den Vater hielt Keun geheim. Ab Mitte der 1950er Jahre Freundschaft mit Heinrich Böll, mit dem sie gemeinsam einen fiktiven "Briefwechsel für die Nachwelt" publizieren wollte. Das Projekt scheiterte, da sich kein Verleger finden ließ. Ab den sechziger Jahren blieben Veröffentlichungen aus, Keun litt an Alkoholismus und verarmte. 1966 folgten schließlich Entmündigung und Einweisung in die psychiatrischen Abteilung des Landeskrankenhauses Bonn, wo sie bis 1972 blieb. Danach lebte sie zurückgezogen in Bonn, und ab 1977 in einer kleinen Wohnung in der Kölner Trajanstraße.
Eine Lesung in Köln und ein Porträt im "Stern" sorgten dann unerwartet für eine Wiederentdeckung von Keuns Büchern. Durch Neuauflagen verbesserte sich ab 1979 ihre finanzielle Lage. 1982 starb sie an Lungenkrebs und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt.
Ins Reich des Phantastischen gehört Keuns letztes Projekt: Ihre Autobiografie Kein Anschluß unter dieser Nummer, die sie nach dem wieder erwachten öffentlichen Interesse immer wieder ankündigte und aus der sie am Telefon seitenweise vorlas. In ihrem Nachlass fand sich davon keine Zeile.
Damit schließt sich ein Kreis von Selbstinszenierungen und falschen Angaben zur Biografie, die typisch waren für Irmgard Keun: Als ihr erster Roman Gilgi erschien, machte sie sich fünf Jahre jünger, um so alt zu sein wie ihre Protagonistin. Die Keun-Biografin Hiltrud Häntschel schreibt deshalb: "Irmgard Keun hatte zur Wahrheit ihrer Lebensumstände ein ganz spezielles Verhältnis: mal aufrichtig, mal leichtsinnig, mal erfinderisch aus Sehnsucht nach Erfolg, mal phantasievoll aus Lust, unehrlich aus Not, mal verschwiegen aus Schonung."
Zu Keuns Werk
Irmgard Keuns Schriftstellerkarriere begann mit Romanen, die satirisch und gesellschaftskritisch das Leben junger Frauen in der Endphase der Weimarer Republik schildern. Im Mittelpunkt steht ihr Bemühen um Selbstständigkeit, die Notwendigkeit, für sich selbst zu sorgen, sich nicht unterkriegen zu lassen, sondern zu überleben. Keuns Heldinnen sind selbstbewußt, schlagfertig, haben Realitätssinn und Ansprüche an ein intensives Leben. Was fehlt ist die ökonomische Eigenständigkeit. Sie bleiben abhängig von Männern.
Irmgard Keun wurde zur wichtigen Vertreterin der "Neuen Sachlichkeit". Mit ihrem assoziativen, witzig-aggressiven Stil orientierte sie sich an der gesprochenen Sprache und am Vorbild des Kinos: "Aber ich will schreiben wie Film, denn so ist mein Leben und wird es noch mehr sein.", heißt es im Kunstseidenen Mädchen.
Tucholsky notierte 1932 nach dem Erscheinen von Gilgi, eine von uns über Irmgard Keun: "Eine schreibende Frau mit Humor, sieh mal an!" Er lobte Keuns "beste Kleinmädchen-Ironie" und meinte: "Hier ist ein Talent (...) aus dieser Frau kann einmal etwas werden."
Die Bestsellerauflagen, der naive Charme der Frauenfiguren und das von der Autorin gepflegte Image von der frischen und frechen jungen Frau, die "eine von uns" ist, ließen Keuns Bücher als reine Unterhaltung erscheinen. Erst später erkannten Kritiker die literarische Bedeutung. Zu ihrem 100. Geburtstag hieß es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Was die Keun aus der schon nicht mehr ganz Neuen Sachlichkeit machte, das war eine artistische Popliteratur: eine rasante Melange aus Schlager und Schreibmaschine, aus innerem Monolog, zarten Lyrismen und genau gehörter Umgangssprache, aus Werbeplakaten und Revuenummern."
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten standen Gilgi und Das kunstseidene Mädchen als "Asphaltliteratur mit antideutscher Tendenz" auf der schwarzen Liste. In ihren späteren Werken setzte sich Keun mit dem Nationalsozialismus und dem Leben im Exil auseinander, vor allem in dem Roman Nach Mitternacht. Sie beschreibt darin den Alltag in Nazi-Deutschland und zeichnet ein pessimistisches Bild von der Vergeblichkeit des Widerstandes des Einzelnen gegen die Diktatur.
Ende der 1970er Jahre wurde Irmgard Keun nach langen Jahren des Vergessens wiederentdeckt - insbesondere von der feministischen Literaturkritik.
Auszeichnungen/Ehrungen/Preise
- Marieluise-Fleißer-Preis der Stadt Ingolstadt (1981)
Werke
- Gilgi, eine von uns (1931), Roman
- Das kunstseidene Mädchen (1932), Roman, originalgetreuer Neudruck bei Classen 2005 ,ISBN 3546003799
- Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften (1936), Jugendroman
- Nach Mitternacht (1937), Roman
- D-Zug dritter Klasse (1938), Roman
- Kind aller Länder (1938)
- Bilder und Gedichte aus der Emigration (1947)
- Nur noch Frauen... (1949)
- Ich lebe in einem wilden Wirbel. Briefe an Arnold Strauss, 1933-1947 (1988)
- Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen (1950), Roman
- Scherzartikel (1951)
- Wenn wir alle gut wären (1954), Erzählungen
- Blühende Neurosen (1962)
Verfilmungen/Dramatisierungen
- Eine von uns (Paramount, 1932, Paris) Regie: Johannes Meyer, Drehbuch: Irma von Cube, Darsteller: Brigitte Helm, Gustav Dießl, Ernst Busch
- Das kunstseidene Mädchen (1959, Berlin) Regie: Julien Duviver, Drehbuch: R.A. Stemmle, René Brjaval, Julien Duvivier, Darsteller: Giulietta Masina, Gerd Fröbe, Gustav Knuth, Ingrid van Bergen
- Das kunstseidene Mädchen (2005), Theaterfassung, Renaissance-Theater Berlin, Inszenierung: Volker Kühn
- Nach Mitternacht (1981, Berlin) Regie: Wolf Gremm, Drehbuch: Wolf Gremm und Annette Regnier, Darsteller: Désirée Nosbusch, Wolfgang Jörg, Nicole Heesters, Hermann Lause und Irmgard Keun selbst
- Nach Mitternacht (1982) Dramatisierung von Yaak Karsunke für die Städtischen Bühnen Osnabrück, Regie: Goswin Moniac, Darsteller: Monika Müller, Jörg Schröder
Bücher über Irmgard Keun
- Heike Beutel und Anna Barbara Hagin (Hrsg.): Irmgard Keun. Zeitzeugen, Bilder und Dokumente erzählen. Emons, Köln 1995, ISBN 3-924491-48-8
- Hiltrud Häntzschel: Irmgard Keun. Rowohlt, 2001 ISBN 3499504529
Weblinks
-
- http://www.hypies.de/hallfame/keun/keun.html
- http://www.scheinschlagonline.de/archiv/2002/05_2002/texte/19.html
- http://www2.altenforst.de/faecher/litera/keun/person/start.htm
- http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/ff/verboten/ver/keun.html
- [http://www.fembio.org/frauen-biographie/irmgard-keun.shtml Irmgard Keun - Fem-Biographie]
Keun, Irmgard
Keun, Irmgard
Keun, Irmgard
Keun, Irmgard
Keun, Irmgard
Keun, Irmgard
6. FebruarDer 6. Februar ist der 37. Tag des Gregorianischen Kalenders.
Ereignisse
- 806 - Ingolstadt wird in der Reichsteilungsurkunde Karls des Großen erstmals als Ingoldes stat, der Stätte des Ingold, erwähnt.
- 1531 - Protestantische Fürstentümer organisieren sich im Schmalkaldischen Bund.
- 1643 - Abel Tasman entdeckt Fidschi.
- 1778 - Frankreich erkennt die Unabhängigkeit der USA an.
- 1838 - Der Zulukönig Dingane läßt Pieter Retief und seine Voortrekker bei Friedensverhandlungen ermorden.
- 1840 - Mit dem Vertrag von Waitangi fällt Neuseeland unter britische Herrschaft.
- 1888 - Deutschland. Die Wehrpflicht verlängert sich auf sieben Jahre.
- 1899 - Im Krieg zwischen Spanien und den USA wird ein Friedensvertrag geschlossen.
- 1914 - Prinz Wilhelm zu Wied wird Fürst von Albanien.
- 1919 - Die gewählte Nationalversammlung der Weimarer Republik tritt zum ersten Mal zusammen.
- 1952 - Elizabeth II. wird Königin und Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs und verschiedener anderer Länder des Commonwealth.
- 1955 - Gründung des Verbandes Liberaler Akademiker als "Seniorenverband Liberaler Studenten" in Bonn.
- 1989 - Erstes Treffen am Runden Tisch in Warschau. Die Kommunisten geben Macht ab.
- 1998 - Frankreichs Präfekt von Korsika Claude Erignac wird von korsischen Separatisten ermordet.
- 2000 - Finnland. Stichwahl zur Wahl des Staatspräsidenten. Tarja Halonen wird als 1. Frau Staatspräsidentin.
- 2001 - In Israel wird Ariel Scharon neuer Ministerpräsident.
- 2004 - Gerhard Schröder gibt den SPD-Parteivorsitz an Franz Müntefering ab.
Wirtschaft
- 1903 - Das Repräsentantenhaus der USA in Washington verabschiedet ein Gesetz über die schärfere Bekämpfung von Trusts.
- 1963 - Erstflug einer Boeing 727.
- 1964 - Frankreich und Großbritannien beschließen den Bau des Kanaltunnels.
- 2002 - Argentinien gibt den Wechselkurs des Peso frei.
Wissenschaft und Technik
- 1886 - Clemens Winkler entdeckt in Freiberg das Germanium.
Religion
- 1922 - Kardinal Achille Ratti wird zum Papst gewählt und nimmt den Namen Pius XI. an.
Kultur
- 1680 - Uraufführung der Oper L'Honestà negli Amori von Alessandro Scarlatti im Palazzo Bernini in Rom.
- 1727 - Uraufführung der Oper Don Chisciotte in corte della duchessa von Antonio Caldara am Teatrino di corte in Wien.
- 1737 - Uraufführung der Tragikkomödie Alessandro in Sidone von Giovanni Bononcini am Kleinen Hoftheater in Wien.
- 1746 - Uraufführung der Oper Cajo Mario von Niccolò Jommelli in Bologna.
- 1764 - Die Kunstakademie in Leipzig wird gegründet.
- 1829 - Uraufführung der Oper Le Jeune Propriétaire et le vieux fermier von Adolphe Adam am Théâtre des Nouveautés in Paris.
- 1921 - Der erste Langfilm von Charlie Chaplin - The Kid - wird in New York uraufgeführt.
- 1959 - Uraufführung der Oper La voix humaine von Francis Poulenc an der Opéra-Comique in Paris.
- 1998 - Falco, österreichischer Rock- und Popstar, stirbt bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik.
- 2002 - In Berlin eröffnet der Film Heaven von Tom Tykwer die Internationalen Filmfestspiele.
- 2003 - In Berlin eröffnet der Film Chicago von Rob Marshall die Internationalen Filmfestspiele.
Katastrophen
- 1958 - Auf dem Flughafen von München verunglückt eine Airspeed Ambassador AS 57 der Britisch European Airways auf dem Wege von Belgrad nach Manchester bei einer Zwischenlandung. 23 von 44 Passagieren, darunter fast die gesamte Mannschaft des englischen Fußballklubs Manchester United, kommen ums Leben.
- 1996 - 189 Menschen sterben beim Absturz einer Boeing 757 der türkischen Fluggesellschaft Birgenair kurz nach dem Start vom Flughafen der Küstenstadt Puerto Plata/Dominikanische Republik ins Meer. Das Flugzeug war von einem deutschen Reiseveranstalter gechartert worden und sollte Touristen aus Deutschland nach Frankfurt bringen.
- 1999 - Beim Untergang einer indonesischen Fähre vor der Insel Borneo sterben über 300 Menschen.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1968 - Eröffnung der X. Olympischen Winterspiele in Grenoble, bei denen erstmals zwei getrennte deutsche Mannschaften antreten.
Geboren
- 1347 - Dorothea von Montau, katholische Heilige
- 1452 - Johanna von Portugal, kurzzeitig Regentin von Portugal aus dem Hause Avis, katholische Selige
- 1564 - Christopher Marlowe, englischer Dramatiker
- 1577 - Beatrice Cenci, römische Patrizierin
- 1639 - Daniel Georg Morhof, Literarhistoriker und Polyhistor
- 1665 - Anne Stuart, König von Großbritannien und Irland
- 1697 - Johann Joachim Quantz, Musiker, Komponist und Flötenlehrer Friedrichs des Großen
- 1736 - Franz Xaver Messerschmidt, Bildhauer zwischen Barock und Klassizismus
- 1748 - Adam Weishaupt, deutscher Gründer des Ordens der Illuminaten
- 1752 - Carl Christian Horvath Gründer des deutschen Börsenvereins der Buchhändler
- 1756 - Aaron Burr, US-amerikanischer Politiker
- 1784 - Wilhelm Ferdinand Ermeler, Berliner Industrieller
- 1797 - Joseph von Radowitz, preußischer General und Politiker
- 1802 - Charles Wheatstone, britischer Physiker
- 1818 - Henry Litolff, britischer Komponist
- 1833 - James Ewell Brown Stuart, konföderierter General im Amerikanischen Bürgerkrieg
- 1845 - Ernst Eckstein, deutscher Schriftsteller
- 1860 - Bruno Wille, deutscher Philosoph, Journalist und Schriftsteller
- 1864 - John Henry Mackay, schottisch-deutscher Schriftsteller
- 1875 - Otto Geßler, deutscher Reichswehrminister
- 1876 - Eugène-Henri Gravelotte, französischer Fechter
- 1876 - Wilhelm Schmidtbonn, deutscher Schriftsteller
- 1879 - Carl Ramsauer, deutscher Physiker
- 1879 - Pedro Aguirre Cerda, chilenischer Politiker
- 1880 - Alexander von Bernus, deutscher Schriftsteller
- 1884 - Hedwig Hintze, deutsche Historikerin
- 1885 - Jo Eshuijs, niederländischer Fußballspieler
- 1887 - Florence Luscomb, US-amerikanische Frauenrechtlerin
- 1887 - Joseph Frings, deutscher Theologe, Kardinal und Erzbischof von Köln
- 1890 - Ernst Wilhelm Lotz, deutscher Lyriker des Expressionismus
- 1892 - William Parry Murphy, US-amerikanischer Mediziner (Medizinnobelpreis 1934)
- 1895 - Babe Ruth, deutschstämmiger US-amerikanischer Baseballspieler
- 1895 - Franz Radziwill, Maler des magischen Realismus
- 1895 - Sepp Allgeier, deutscher Kameramann und Fotograf
- 1898 - Erna Sack, Sängerin (sächs. Kammersängerin), extreme Sopranstimme
- 1899 - Ramon Novarro, mexikanischer Schauspieler
- 1902 - Robert Dannemann, deutscher Politiker
- 1902 - Rudolf Eickhoff, deutscher Politiker
- 1903 - Claudio Arrau, chilenischer Pianist
- 1904 - Theo Balden, deutscher Bildhauer und Grafiker
- 1905 - Irmgard Keun, deutsche Schriftstellerin
- 1905 - Władysław Gomulka, polnischer Politiker
- 1907 - Hansjochem Autrum, Zoologe
- 1907 - Paul Lemmerz, Räderfabrikant und Mäzen aus Königswinter
- 1908 - Amintore Fanfani, italienischer Politiker und Ministerpräsident
- 1910 - Elfriede Seppi, deutsche Politikerin und MdB
- 1910 - Irmgard Keun, deutsche Schriftstellerin und Schauspielerin
- 1910 - Vera Brühne, deutsche Entmichelungsprotagonistin
- 1911 - Ronald W. Reagan, US-amerikanischer Schauspieler und Politiker (40. US-Präsident)
- 1912 - Eva Braun, Lebensgefährtin von Adolf Hitler
- 1913 - Mary Leakey, englisch-kenianische Archäologin und Paläoanthropologin
- 1917 - Zsa Zsa Gabor, ungarische Schauspielerin
- 1918 - Lothar-Günther Buchheim, deutscher Schriftsteller, Maler, Kunstsammler und Verleger
- 1922 - Patrick Macnee, britischer Schauspieler
- 1926 - Lothar Zenetti, deutscher Theologe und Schriftsteller
- 1928 - Arno Esch, liberaler Politiker in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)
- 1928 - Sjel de Bruyckere, niederländischer Fußballspieler
- 1929 - Pierre Brice, französischer Schauspieler und Sänger
- 1929 - Manfred Roeder, Rechtsanwalt und Holocaust-Leugner
- 1930 - Rolf Eden, deutscher Playboy
- 1931 - Heinz Kahlau, deutscher Dichter
- 1931 - Ricardo Vidal, Erzbischof von Cebu und Kardinal
- 1932 - François Truffaut, französischer Regisseur, Filmkritiker, Schauspieler und Produzent
- 1932 - Heinz-Klaus Metzger, deutscher Musiktheoretiker und Musikkritiker
- 1934 - Alexander Schroth, Pfälzer Mundartdichter
- 1940 - Tom Brokaw, US-amerikanischer Journalist
- 1941 - Dave Barry, britischer Sänger
- 1943 - Fabiano Forte, US-amerikanischer Sänger
- 1945 - Bob Marley, jamaikanischer Musiker
- 1948 - Felix Mitterer, österreichischer Dramatiker
- 1950 - Mike Batt, britischer Musiker
- 1950 - Natalie Cole, US-amerikanische Sängerin
- 1950 - Punky Meadows, US-amerikanischer Musiker
- 1951 - Jacques Villeret, französischer Schauspieler
- 1952 - Viktor Giacobbo, schweizerischer Autor, Kabarettist, Moderator und Schauspieler
- 1957 - Simon Phillips, Drummer der Band "Toto"
- 1961 - Malu Dreyer, deutsche Politikerin
- 1962 - Axl Rose, US-amerikanischer Rocksänger
- 1969 - David Hayter, US-amerikanischer Schauspieler und Drehbuchautor
- 1979 - Wolodymyr Bileka, ukrainischer Radrennfahrer
- 1984 - Piret Järvis, Mitglied von Vanilla Ninja
Gestorben
Vanilla Ninja
- 200 - Chuai, 14. Kaiser von Japan (192 - 200)
- 897 - Photius I., heiliggesprochener Patriarch von Konstantinopel
- 1497 - Johannes Ockeghem, belgischer Komponist, Sänger und Kleriker
- 1523 - Jens Holgersen Ulfstand, dänischer Ritter
- 1539 - Johann III. (Kleve), Regent der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg
- 1539 - Ogimachi, 106. Kaiser von Japan (1557-1586)
- 1554 - Arnold von Bruck, Komponist
- 1593 - Jacques Amyot, französischer Schriftsteller und Theologe
- 1642 - Veit Holzlechner,Seidensticker und Bürgermeister von Wittenberg
- 1685 - Karl II. (England), war König von England, Schottland und Irland
- 1695 - Ahmed II., Sultan des Osmanischen Reiches 1691-1695
- 1725 - Johann Philipp Krieger, deutscher Komponist, Organist und Kapellmeister
- 1740 - Lorenzo Corsini, Papst von 1730 bis 1740
- 1761 - Clemens August I. von Bayern, Erzbischof des Erzbistums Köln
- 1770 - Franz Kaspar von Franken-Siersdorf, Weihbischof im Erzbistum Köln
- 1793 - Carlo Goldoni, italienischer Komödiendichter
- 1804 - Joseph Priestley, englischer Theologe, Philosoph, Chemiker und Physiker
- 1809 - Francesco Azopardi, maltesischer Komponist
- 1833 - Pierre André Latreille, französischer Entomologe
- 1834 - Richard Lander, englischer Afrikaforscher
- 1838 - Pieter Retief, burischer Voortrekker
- 1840 - Peter van Bohlen, deutscher Orientalist
- 1841 - Anton Hasenhut, österreichischer Schauspieler und Komiker
- 1855 - Martin J. Munzinger, Kaufmann, Revolutionär, Politiker und Bundesrat der Schweiz
- 1863 - Carl Ludwig Frommel, Landschaftsmaler
- 1872 - James Chapman, englischer Afrikaforscher
- 1894 - Theodor Billroth, deutscher Arzt
- 1897 - Raffaele Cadorna, italienischer General
- 1898 - Rudolf Leuckart, deutscher Zoologe und Begründer der Parasitologie
- 1899 - Alfred, Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha, Erbprinz und Thronfolger des Doppelherzogtums
- 1899 - Leo von Caprivi, deutscher Militär und Reichskanzler
- 1914 - Peter Auzinger, Schauspieler; bayerischer Mundartdichter
- 1918 - Gustav Klimt, österreichischer Maler
- 1923 - Edward Barnard, US-amerikanischer Astronom
- 1923 - Gerdt von Bassewitz, deutscher Schriftsteller
- 1929 - Siegfried Ochs, deutscher Chorleiter und Komponist
- 1938 - Marianne von Werefkin, russisch-schweizerische Malerin
- 1946 - Oswald Kabasta, österreichischer Dirigent
- 1949 - Béla Zsolt, ungarischer Schriftsteller und Journalist
- 1950 - Georges Imbert, Chemiker und Erfinder
- 1952 - Georg VI. (Commonwealth), als George VI. König von Großbritannien und Nordirland
- 1953 - Hans Strobel, Dortmunder Architekt und Baurat
- 1954 - Friedrich Meinecke, deutscher Historiker und Universitätsprofessor
- 1960 - Jesse Belvin, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1960 - Karl Maybach, Motorkonstrukteur
- 1972 - Boris Gawrilowitsch Schpitalny, sowjetischer Waffenkonstrukteur
- 1980 - Franz Schafheitlein, deutscher Film-Schauspieler
- 1981 - Friederike von Hannover, Königin der Hellenen
- 1981 - Heinz Benthien, deutscher Tischtennisspieler
- 1981 - Hugo Montenegro, US-amerikanischer Bandleader
- 1982 - Ben Nicholson, englischer Maler und Objektkünstler
- 1984 - Hildegard Bleyler, deutsche Politikerin und MdB
- 1985 - Eduard Wahl, deutscher Politiker
- 1986 - Minoru Yamasaki, US-amerikanischer Architekt
- 1989 - Barbara Tuchman, US-amerikanische Journalistin
- 1989 - Chris Gueffroy, letztes Todesopfer an der Berliner Mauer
- 1994 - Ignace Strasfogel, US-amerikanischer Komponist
- 1994 - Jack Kirby, Comiczeichner
- 1994 - Joseph Cotten, US-amerikanischer Schauspieler
- 1995 - Mira Lobe, österreichische Kinderbuchautorin
- 1998 - Carl Wilson, Lead-Gitarrist und Sänger der Beach Boys
- 1998 - Falco, österreichischer Sänger und Musiker
- 1999 - Umberto Maglioli, italienischer Rennfahrer
- 2001 - Kurt Neuwald, deutsches Gründungsmitglied des Zentralrats der Juden
- 2002 - Max Ferdinand Perutz, österreichisch-englischer Chemiker
- 2004 - Claus Hinrich Casdorff, deutscher Rundfunk- und Fernsehjournalist
- 2005 - Armin Müller, deutscher Schriftsteller und Maler
- 2005 - Günter Reimann, deutscher Ökonom und Journalist
- 2005 - Hermann Jünger, deutscher Goldschmied
- 2005 - Hubert Curien, französischer Forschungsminister und Physiker
Feier- und Gedenktage
- Kirchliche Gedenktage
- Hl. Paul Miki und Gefährten, die Märtyrer von Nagasaki (katholisch, anglikanisch)
- Hl. Dorothea, Märtyrin (katholisch, orthodox)
- Hl. Photius I., Patriarch von Konstantinopel (orthodox)
- Nationalfeiertag
- Neuseeland - Waitangi Day
Siehe auch
- 5. Februar - 7. Februar
- 6. Januar - 6. März
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0206
ja:2月6日
ko:2월 6일
simple:February 6
th:6 กุมภาพันธ์
Berlin
Berlin ist Hauptstadt, bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Sie ist Stadtstaat und ein eigenständiges Bundesland. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt der EU.
Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie des Markgrafentums/Kurfürstentumes Brandenburg, des Königreiches Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr.
Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern, Museen und Baudenkmälern.
Geordnete Links auf Artikel mit Berlinbezug finden sich im Portal:Berlin.
Geografie
Geografische Lage
Portal:Berlin
Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten der Bundesrepublik Deutschland, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik.
Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.
Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist.
Weder zum Urstromtal noch zum Barnim oder Teltow gehört Berlin-Spandau westlich der Havel, das zum Teil der Nauener Platte zuzurechnen ist.
Die höchsten Erhebungen Berlins sind der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (115 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick.
Siehe auch: Liste der Erhebungen in Brandenburg und Berlin
Stadtgliederung
Nach dem Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Verwaltungsbezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Berlin ist seitdem gegliedert in die Bezirke:
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Friedrichshain-Kreuzberg
- Lichtenberg
- Marzahn-Hellersdorf
- Mitte
- Neukölln
- Pankow
- Reinickendorf
- Spandau
- Steglitz-Zehlendorf
- Tempelhof-Schöneberg
- Treptow-Köpenick
Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins
Klima
Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,2 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 578 Millimeter.
Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 16,6 bis 18,4 Grad Celsius und die kältesten Dezember, Januar und Februar mit 0,5 bis 1,8 Grad Celsius im Mittel.
Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni und August mit 62 bis 67 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Februar, April und Oktober mit 36 bis 38 Millimeter im Mittel.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Berlins
Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück.
1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt.
Preußen
Preußen
Preußen]
1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben.
Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.
1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg.
1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. 1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding, Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiteren Vorstädten. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt.
Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete.
Für Gesamtberlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke erfolgreich zu umgehen versuchten.
Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961.
Berlins Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin.
1989 kam es unter dem Druck der ostdeutschen Bevölkerung zur Wende in der DDR, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.
Bevölkerung
Parlament
Parlament
In Berlin leben 3.389.078 Einwohner (Stand Ende März 2005) auf einer Fläche von 891,75 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region beträgt 3.811 Einwohner pro Quadratkilometer.
Der durchschnittliche Berliner im Jahre 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Im Juni 2005 lebten rund 458.600 Einwohner mit ausländischem Pass aus 185 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 36.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 119.000 Türken in Berlin. Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2004 erhielten nach Angaben des statistischen Landesamts 6507 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft
Laut dem Statistischen Landesamt (2005) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und sechs Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.
Einwohnerentwicklung
Im Jahre 1919 lebten in Berlin 1,9 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 Quadratkilometer.
811,17 Quadratkilometer mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 Quadratkilometer). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden.
Bis 1934 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,464 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1980 um 30 Prozent auf einen Tiefststand von drei Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1960 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,58 % verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 9,86 %. Diese so genannte Abstimmung mit den Füßen war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ostberliner. Seit 1980 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um 350.000 auf circa 3,39 Millionen Einwohner im Januar 2005.
Nach Berechnungen wird die Einwohnerzahl Berlins wegen der niedrigen Geburtenraten bis 2050 auf rund drei Millionen sinken.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
2005]
Hauptartikel: Politik in Berlin
Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein vollwertiges Bundesland und zugleich eine kreisfreie Stadt, die in nunmehr zwölf Bezirke untergliedert ist. Daneben ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland.
Der Deutsche Bundestag entschied im so genannten Hauptstadtbeschluss am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Somit ist die Stadt heutzutage Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates.
Das Land Berlin
Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zur Zeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linkspartei., Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Linkspartei.PDS bilden eine Koalition.
Die Landesregierung, die Exekutive, ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister (derzeit Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist dabei zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt.
1996 scheiterte eine Volksabstimmung zur Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg am Widerstand der Brandenburger Bevölkerung.
Wappen und Flagge
Hauptartikel: Hoheitszeichen Berlins
Die Verwaltung
Hoheitszeichen Berlins
Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar und sind somit stark vom Senat und auf Verwaltungsebene von den Senatsverwaltungen abhängig, die die Fachaufsicht ausüben. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne.
Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät.
Berlin hat pro Kopf der Bevölkerung die meisten Landesbeamten. Dies entstammt zum Teil noch der Situation der geteilten Stadt mit Westberliner Exklave, deren Beamtenschaft für das Bundesland übernommen wurden.
Siehe auch: Bezirksverwaltung in Berlin
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin
Theater
Sehenswürdigkeiten in Berlin]
Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und das Deutsche Theater Berlin. Es verfügt außerdem über drei Opernhäuser, die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt.
Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Berliner Sängerbund sind 236 Laienchöre mit über 10 000 Mitgliedern vereinigt.
Museen
Berliner Sängerbund ]
Hauptartikel: Museen in Berlin
Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum im Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus.
Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen über vielfältige Themen. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ein Architekturmuseum. Das Jüdische Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu 2.000 Jahren jüdisch-deutscher Geschichte. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte.
Bauwerke
Checkpoint Charlie]
Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die von ihrem Schöpfer Johann Gottfried Schadow jedoch als Friedensgöttin Eirene gedacht war. Das Tor ist das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften.
1990
In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staatsbibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Jahre 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin, an welcher der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel lehrte, brachte 27 Nobelpreisträger hervor.
Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften, Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm.
Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros, ein Kino und eine Aussichtsplattform. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten.
Tiergarten
In der Nähe des Brandenburger Tores befinden sich die 1957 errichtete Kongresshalle und das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Einen Besuch wert ist auch der Zoologische Garten von Berlin, einer der größten und ältesten der Welt, und das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrich des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten.
Bundespräsident]
Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Zu deren Wiederaufbau gehörte unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie wurde durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1995 wieder eröffnet dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt.
Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Gebäude Deutschlands – und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee.
Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern.
1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der fühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Hochhausbebauung des Potsdamer Platzes, die eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants beherbergen, hat dieser sich als Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften entwickelt.
In Charlottenburg wurde das Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau und das im Stil des Klassizismus erbaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss), ehemals Wohnsitz des Naturforschers und Geographen Alexander von Humboldt.
Parkanlagen
Alexander von Humboldt ]]
Alexander von Humboldt]
Alexander von Humboldt]
Der Große Tiergarten liegt im Zentrum Berlins, im Ortsteil Berlin-Tiergarten des Bezirks Mitte. Mit 210 Hektar ist er der größte Berliner Park. Einige große Straßen durchschneiden den Park, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht.
Der erste Tiergarten wurde schon 1527 angelegt, allerdings an anderer Stelle, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus.
Neben dem Tiergarten mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 und 1822 als Neues Gartenhaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte.
Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört er zu den größten und weltweit bedeutendsten Botanischen Gärten und ist der größte in Europa. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt.
Im Südwesten von Berlin an der historischen Brücke zu Potsdam liegt unter anderem die Pfaueninsel mit dem zwischen 1794 und 1797 im Stil einer Ruine erbauten Lustschloss und einem englischen Garten.
Freizeit und Erholung
englischen Garten]
Der von der Havel durchflossene Große Wannsee bedeckt eine Fläche von 260 Hektar. Mit ihm besitzt Zehlendorf, eine der bevorzugtesten Wohngegenden der Stadt, Berlins beliebtestes Naherholungsgebiet, das Wassersport, Ausflugsschifffahrt und das Strandbad Wannsee bietet.
In der Villa Am Großen Wannsee 56-58 allerdings fand am 20. Januar 1942 die sogenannte Wannsee-Konferenz "zur Endlösung der Judenfrage" statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet.
Der Müggelsee und die Müggelberge im Südosten Berlins sind zu allen Jahreszeiten beliebte Ausflugsziele. Das Strandbad ist in den Sommermonaten ein Besuchermagnet. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Vielfach findet man die Bezeichnung Großer Müggelsee, da er mit dem Kleinen Müggelsee einen Bruder hat, der allerdings lediglich 0,16 Quadratkilometer umfasst.
Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Meter die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem sogenannten Kleinen Müggelberg wurde 1889 der vielbesuchte und beliebte Müggelturm errichtet, der einen Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Stadtsilhouette Berlins bietet beziehungsweise bot.
Sport
Müggelturm]
In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Ein paar Vereine sind aber zusätzlich auch im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären, im Basketball Alba und im American Football Berlin Thunder. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten.
Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon sowie das ISTAF statt. Nachdem Berlin die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 verloren hatte, wird im Jahr 2006 nun das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen werden. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. Im Jahr 2009 werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion ausgetragen.
Wirtschaft
Leichtathletik-Weltmeisterschaften]
Hauptartikel: Wirtschaft Berlins
Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. Euro, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. Euro (Quelle: IHK-Bericht 2000/2001).
In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001).
Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Mit 1,2 der 1,5 Millionen Arbeitnehmer Berlins sind in diesem Bereich ebenfalls weit über 80 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Berlin ist also Hochburg des Dienstleistungssektors. Die Bruttowertschöpfung liegt bei rund 69 Mrd. Euro pro Jahr.
Medien
Bruttowertschöpfung
Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft
Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, bald auch VIVA und VIVA Plus, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB und Deutsche Welle TV haben hier ihren Sitz. Der politischen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie ARD, ZDF, RTL oder DeutschlandRadio mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung.
In Berlin erscheinen die meisten Tageszeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksliberale taz, die konservative Welt, das Linkspartei-nahe Neue Deutschland und die Linkspartei-kritische Junge Welt. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier.
Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip, (030) oder die Zitty.
In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. Sie bieten neben Büchern und Zeitschriften auch viele multimediale Angebote.
Infrastruktur
Öffentlicher Verkehr
Springer-Verlag
Springer-Verlag]
Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG.
Wie man der Netzspinne leicht entnehmen kann, wird die Innenstadt in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei den Bahnhof Charlottenburg, den Zoologischen Garten, den Lehrter Bahnhof, den Bahnhof Friedrichstraße, den Alexanderplatz und den Ostbahnhof.
Auf der Nord-Süd-Achse übernimmt die U-Bahnlinie 9 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Noch im Bau befindet sich die größtenteils unterirdische Fernbahntrasse vom Bahnhof Papestraße über den Lehrter Bahnhof bis nach Gesundbrunnen (als Teil des so genannten Pilzkonzeptes). Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt.
Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin. Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahn- und Regionalexpresslinien der Deutschen Bahn sowie zwei InterConnex-Linien.
Siehe auch: Liste Berliner Bahnhöfe
Autobahnen
Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring).
Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets folgende Autobahnen Richtung Berliner Ring:
- A 111 in Richtung Nordwesten (Richtung Hamburg und Rostock)
- A 113 in Richtung Südosten (Richtung Dresden und Cottbus). Diese Autobahn beginnt derzeit erst am Dreieck Treptow im äußersten Südosten der Stadt. Bis 2007 soll der im Bau befindliche Anschluss von der A 100 (beginnend am Dreieck Neukölln) bis zur Berliner Stadtgrenze fertig gestellt sein. Am 14. Juli 2004 wurde dazu das erste Teilstück vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Späthstraße für den Verkehr freigegeben.
- A 115 in Richtung Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig), deren anfängliches gerades Teilstück umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt wird.
Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin.
Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100)) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.
Flughäfen
Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel (TXL), Tempelhof (THF) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt allerdings knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Langfristig ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um die im Innenstadtbereich liegenden Flughäfen Tegel und Tempelhof zu entlasten beziehungsweise zu schließen. Das Großprojekt Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) stößt bei einigen Anwohnern in Berlin und Brandenburg auf Widerstand.
Mit dem bereits geschlossenen Flugplatz Johannisthal besaß Berlin den ersten Flugplatz Deutschlands.
Energieversorgung
Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie konn
5. MaiDer 5. Mai ist der 125. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 126. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 240 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1864 - Die Schlacht in der Wilderness während des Amerikanischen Bürgerkriegs beginnt.
Politik
Amerikanischen Bürgerkriegs
- 1389 - Kaiser Wenzel von Luxemburg erlässt auf dem Reichstag in Eger den Landfrieden von Eger.
- 1933 - Die norwegische Besetzung von Teilen Grönlands wird vom internationalen Gerichtshof in Den Haag für rechtswidrig erklärt.
- 1945 - Das KZ Mauthausen wird als letztes Konzentrationslager des Dritten Reichs von alliierten Soldaten befreit.
- 1945 - In Dänemark und den Niederlande endet die Besetzung durch das Dritte Reich
- [1945.]Ende der Geisel-Odyssee im Hochpustertal(wie die Wehrmacht in Südtirol 139 prominente KZ-Häftlinge aus den Händen der SS befreit. Bericht siehe Niederdorf (Südtirol)
- 1949 - Gründung des Europarates.
- 1950 - Thailand. Krönung von König Bhumibol Adulyadej
- 1955 - Die Pariser Verträge treten in Kraft. Damit erhält die Bundesrepublik Deutschland die Souveränität - die absolute Souveränität allerdings erst 1990.
- 1960 - Ahmadou Ahidjo wird erster Präsident der Republik Kamerun
- 1985 - US-Präsident Ronald Reagan und Bundeskanzler Helmut Kohl ehren in Bitburg gefallene deutsche Soldaten, unter denen auch Angehörige der Waffen-SS sind.
- 1992 - Bulgarien wird in den Europarat aufgenommen
- 1993 - Kirgisistan gibt sich eine neue Verfassung
- 1996 - Spanien. José María Aznar wird Ministerpräsident
- 1999 - Indonesien schließt Waffenstillstand mit Ost-Timor.
- 2002 - Frankreich. Staatspräsident Jacques Chirac wird in seinem Amt bestätigt.
- 2005 - Einen Tag vor seinem 52. Geburtstag machen 35,2% der britischen Wähler Premierminister Tony Blair ihr Geburtstagsgeschenk: Aufgrund des geltenden einfachen Mehrheitswahlrechts kann er mit seiner Labour Party erneut eine absolute Mehrheit der Sitze erringen und zum dritten Mal hintereinander die Wahlen zum House of Commons gewinnen.
Wirtschaft
- 1992 - Georgien wird Mitglied im Internationalen Währungsfond (IWF)
Wissenschaft, Technik
- 2000 - Alle Planeten des Sonnensystems außer der Erde stehen in einer Reihe auf der uns gegenüber liegenden Seite der Sonne. Dies war der Anlass für zahlreiche Weltuntergangstheorien.
Kultur
- 1883 - Uraufführung der Oper Henri VIII. von Camille Saint-Saëns an der Grand Opéra de Paris.
- 1909 - Uraufführung der komischen Oper Robins Ende von Eduard Künneke am Nationaltheater in Mannheim.
- 1990 - Uraufführung des musikalischen Dramas Das verratene Meer von Hans Werner Henze in Berlin.
- 1995 - Ray Santilli veröffentlicht erstmalig einen Film (so genannter Santilli-Film), der die angebliche Autopsie eines Außerirdischen dokumentiert, und löst damit eine breite Debatte um Außerirdische aus.
- 2005 - Das Datum 05.05.05 veranlasst ungewöhnlich viele Paare, diesen Tag für ihre Heirat zu wählen - nicht nur weil man diesen Hochzeitstag kaum vergessen kann. Doch nicht alle kommen zum Zug: der 5. Mai fällt auf Christi Himmelfahrt und manches Standesamt bleibt zu. Glücklicherweise gibt es 2 Wochen später eine fast noch schönere Schnapszahl: den 20.05.2005, an dem viele Ämter Sonderschicht machen.
Religion
Katastrophen
- 1842 - Eine Feuersbrunst in Hamburg wütet vier Tage lang. 1700 Häuser werden zerstört, ca. 50 Tote, 20.000 Obdachlose.
- 1865 - Großer Brand in Oberstdorf: Eine Feuersbrunst vernichtet am 5. und am 6. Mai zwei Drittel der Gebäude des Ortes.
- 1972 - Palermo: Eine Douglas DC-8 der Alitalia prallt während des Landeanflugs gegen einen Berg. Alle 115 Personen an Bord sterben.
- 1998 - Amazonas, Peru. Absturz einer Boeing 737 der Luftwaffe. 74 Menschen sterben, 13 werden gerettet.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1966 - Als erste deutsche Mannschaft gewinnt Borussia Dortmund einen Fußball-Europapokal. Das Team gewinnt in | | |